Die Gemeindeschwester

„Gemeindeschwesterplus“ ist ein Modellprojekt des Landes RLP seit Juli 2015, zu 100% finanziert und vorerst befristet auf 3 Jahre. Es ist, so auf der Homepage des Ministeriums zu lesen, …

… ein neues Angebot für hochbetagte Menschen, die noch keine Pflege brauchen, sondern Unterstützung und Beratung in ihrem aktuellen Lebensabschnitt.

Im Vorfeld der Landratswahl lud der Kandidat der FWG am 4. Mai 2017 zu einem Infogespräch nach Kusel ein, eingedenk der Tatsache, dass zwar viel für Kinder und Jugendliche im Kreis getan werde, jedoch wenig bis nichts für ältere Menschen, obwohl der Anteil der älteren MitbürgerInnen immer mehr steigt.

Drei Gemeindeschwestern aus dem Landkreis Birkenfeld berichteten von dem Projekt und ihrer Arbeit vor Ort.
Ein paar wichtige Aspekte aus diesen hochinteressanten 2 Stunden:

  • In RLP gibt es derzeit 18 Gemeindeschwestern
  • Ausbildung: Krankenschwestern, überwiegend mit langer Berufserfahrung
  • Alter: unterschiedlich, überwiegend älter Ü50
  • Jede Gemeindeschwester betreut 12 – 15 Orte, insgesamt ca. 800 Personen (diese Zahl müsste verifiziert werden, bezieht sich auf Anzahl der Klienten pro Gemeindeschwester?)
  • Zielgruppe sind lt. Projektplan Ü80-Jährige ohne Pflegestufe (tatsächlich natürlich auch Jüngere – nach Bedarf)
  • Ziel ist die Unterstützung der SeniorInnen in ihrem gewohnten Wohnumfeld, Vermeidung von ungewollten Heimaufenthalten, Vermeidung unnötiger Pflege, Verbesserung der Lebensqualität – und somit auch ein Beitrag zur Kosteneinsparung
  • Der Aufgabenbereich stellt keine Konkurrenz zu Pflegediensten, Sozialstationen oder ärztl. Betreuung dar
  • Hauptaufgabengebiete sind neben den Hausbesuchen die Beratung – Organisation – Koordination – Vernetzung – Vermittlung…
  • … z.B. Vernetzung von Ehrenamtlichen und kirchl. Diensten, Hilfe zur Selbsthilfe (z.B. Unterstützung bei Anschaffung von Treppenlift und Badewannenlifter), Vermittlung zw. Ärzten, Angehörigen etc., Organisation von Besuchsdiensten, Einkäufen, Gymnastik, Überwachung des Gesundheitszustands, Bewerbung und Unterstützung bei Nutzung des Bürgerbusses, halbjährliche Sprechstunden …
  • Lange Anlaufzeit über ein Jahr, bevor das neue Angebot halbwegs bekannt war und die Klienten Vertrauen gefasst hatten – aber dann will die Gemeindeschwester niemand mehr missen!
  • Kosten für 2 Stellen inkl. Auto: ca. 120000.00/Jahr
  • Unklar ist die Weiterfinanzierung der Stellen, ebenso wie außerhalb dieses Projekts diese Leistungen finanziert werden könnten. Hier müssen neue Wege gefunden werden.
  • Fazit nach bald 2 Jahren: Eine Marktlücke – Gemeindeschwestern übernehmen Aufgaben, für die sonst niemand Zeit hat und die die Lebensqualität der älteren Mitbürgerinnen und Mitbürger wesentlich verbessert.

Quellen:
www.gemeindeschwesterplus.rlp.de
Infoflyer der Landkreises Birkenfeld