Der TREFF im Neikeijer Jugendheim – eine kleine Rückschau

Aktualisiert/erstellt am 26.01.2022/05.01.2022 (5178)

Abschied

Offen für alle, immer am letzten Freitag im Monat ab 18 Uhr im Jugendheim – ein kleiner Ersatz für die nicht mehr vorhandene Dorfkneipe in Neikeije – das war der TREFF für viele Jahre.

7 1/2 Jahre durfte der TREFF alt werden, gezeugt irgendwann im Frühjahr 2012, geboren am 24. August 2012 und beendet – wenn auch so nicht geplant – am 28. Februar 2020 mit der letzten Veranstaltung.

Insgesamt fanden etwa 70 TREFFs statt, jeweils am Freitag abend, zum Schluss zusätzlich ein paar kleine TREFFs am Mittwoch sowie weitere Veranstaltungen wie Kinderfasching, Silvester, Kerwe, Adventsmarkt etcetcetc, die “der TREFF” tatkräftig unterstützt hatte.

Die letzte Veranstaltung im Jugendheim war der Weltgebetstag Anfang März 2020, dann kam Corona. Eine Weiterführung öffentlicher Veranstaltungen im Jugendheim war nicht mehr realisierbar. Im Laufe der folgenden zwei Jahre änderten sich auch bei den TREFF-Manager:innen private Umstände und es wurde klar, dass eine Fortführung in bewährter Art und personeller Zusammensetzung “nach Corona” schwierig werden würde.

Die Frage, ob der TREFF mit geändertem Konzept und anderer Organisation hätte wiederbelebt werden können, bleibt offen, denn seit Anfang Januar 2022 ist nun definitv Schluss, das Jugendheim wurde an Privat verkauft. Für die Kirchengemeinde war das Jugendheim nicht mehr finanzierbar – was sich seit Jahren abgezeichnet hatte – und die Ortsgemeinde wollte Grundstück und Gebäude nicht übernehmen (weiteres hierzu im Potzbergboten März/Mai 2022).

Im Folgenden könnt Ihr die Geschichte des TREFFs nachlesen,
viel Freude bei Betrachtung der Bilder (zum Vergrößern draufklicken),
mit den besten Grüßen an alle lieben Gäste und einem großen Dankeschön an alle Helferinnen und Helfer

Euer Team vom TREFF
Doris (Autorin), Thomas und Martin

Wie alles begann

Irgendwann im Frühjahr 2012 – wahrscheinlich in einer Presbyteriumssitzung – wurde die Idee besprochen und in der Juni-Ausgabe des Potzbergboten veröffentlicht. Es war eine Initiative des damaligen Pfarrers der Potzbergpfarrei Christopher Markutzik mit dem Arbeitsnamen „Treff“ – ein Versuchsballon, keiner konnte damals vorhersehen, ob es funktioniert…

Arbeitsname “Treff” – für alle Menschen offen!

Unter diesem „Arbeitstitel“ ist folgendes geplant: Geselliges Beisammensein in Ermangelung einer Dorfwirtschaft im oder am oder vorm Jugendheim in Neunkirchen. Eine Mischung aus Stammtisch, Ratschrunde, Ort zum „Maaje“ und Quatschen, je nach Wetterlage draußen oder drinnen, einfach so, ohne Thema, nur um sich zu treffen, etwas zu trinken und vielleicht auch ein  isschen was zu planen. Beginnen soll es nach der NK´er Kerwe, am Freitag den 24. August (Termine ohne Gewähr, bitte vorher noch mal umhören). Wer da ist, ist da und dann auch herzlich willkommen.

Wenn das Wetter hält, schmeißt der Pfarrer auch nen Grill an (Wurst selbst mitbringen!)

Freitag, 24. August, ab 18 Uhr im Jugendheim – open end! (CM)
(PS: Wem ein besserer Name einfällt, darf ihn dann mitbringen ☺ )

So ging es weiter – eine Dokumentation

Aus diesem ziemlich einfachen Konzept wurde bald mehr – die Wurst (Weißi, Roti oder Wiener) wurde bald nicht mehr mitgebracht, sondern vom TREFF-Team organisiert, zubereitet und serviert. Aus der Wurst wurden im Laufe der Jahre kulinarische Experimente teilweise größeren Ausmaßes, zwar nicht immer, aber meistens gelungen  – zumindest hoffen wir das ;-).

Das TREFF-Team war über die ganze Zeit im Kern gleich geblieben (Doris, Thomas, Martin). Weitere, wechselnde Helfer:innen konnten gewonnen werden für Theke, Küche und Service. Manchmal brachten Gäste selbstgemachte Salate und andere Köstlichkeiten mit.

Vorsicht bissiger Küchenchef!

Martin erfreute sich besonders an der produktiven Arbeit im “Kleinkantinen-Maßstab” in der Mini-Küche, Doris experimentierte gerne mit bunten Cocktails wie Potzberg Sunrise (oben rot, unten gelb) und Potzberg Sunset (oben gelb, unten rot – oder war’s umgekehrt?) sowie mit Rapid-Herstellungsmethoden attraktiver Desserts mit Zutaten aus dem Pfarrgarten, Thomas kümmerte sich zuverlässig um den Rest, der mindestens genauso wichtig war wie das Essen.

Premiere im August 2012

Die Durchschnittsbesucherzahl schwankte gegen Ende zwischen 15 und 25. Die Gäste kamen nicht nur aus Neunkirchen, sondern auch aus anderen Dörfern der Potzberggemeinden, das Spektrum war bunt und keineswegs auf kirchentreue Mitglieder der hiesigen protestantischen Kirchengemeinde beschränkt. Langeweile gab es kaum, die Unterhaltung war schnell im Gange, “man” kannte sich. Das Durchschnittsalter stieg im Laufe der Zeit an, gegen Ende mindestens auf Ü60, wenn nicht sogar auf Ü70.

So manche Versuche, den TREFF für Jüngere und Zugezogene attraktiver zu machen, gelangen überwiegend nur anfänglich und dann auch nur für kurze Zeit. Die Gründe sind vielfältig – sollte irgendwann in ferner Zukunft ein ähnliches Projekt gestartet werden, wäre es sicher sinnvoll vorher über diese Gründe nachzudenken.

Die Bücherecke

Eine gute Idee war das Aufstellen der Tischtennisplatte, die im Keller seit Jahren schlummerte – als sie ihren Geist aufgab, wurde sie schon kaum mehr bespielt. Auch die Bücher- und Spieleecke wurde nur anfangs genutzt. Präparand:innen und Konfirmand:innen durften (?! 😉 ) hin und wieder helfen oder etwas backen, blieben aber ansonsten unter sich. Verschiedene Anläufe, die große Wiese für Spiel und Sport zu nutzen, waren wenig erfolgreich – Tisch und Stuhl in den Innenräumen sind für’s “Maaje” wohl einfach attraktiver. In den letzten Jahren etablierte sich erfolgreich eine Abordnung des “Boule-Clubs”, der noch weit in die Nacht unter Flutlichtbeleuchtung und mit bester Getränkeversorgung nach der Wutz warf, die im Gras nicht einfach auszumachen war.


Die Preisgestaltung war sehr moderat – von Anfang an stand im Vordergrund das Gesellschaftliche, das Zusammenkommen – nicht der finanzielle Aspekt. Die Getränkepreise waren jugendheimtypisch angemessen, die Preise für die Verköstigung sehr knapp kalkuliert, wobei auf möglichst qualitiativ hochwertige und nachhaltige Zutaten geachtet wurde. Niemand sollte Bedenken haben, aus finanziellen Gründen den Treff nicht besuchen zu können.

Dennoch blieb jedes Mal “etwas übrig”. Von den TREFF-Einnahmen wurde nützliches Zubehör für Küche und Ausstattung des Jugendheims angeschafft, der Hauptteil ging an die Kirchengemeinde als kleine Unterstützung für den Gebäudeunterhalt. Die Arbeit des Treff-Teams und der Helfer:innen erfolgte natürlich ehrenamtlich, zur Belohnung gab es ein Freigetränk (was leider immer wieder vergessen oder auch nicht angenommen wurde…) und die Köch:innen mussten die Reste essen  – was, vor allem gegen Ende zu, eher selten vorkam – man/frau hatte gelernt zu kalkulieren und effektiv in der Küche zu wirtschaften….

Der TREFF entwickelte sich im Laufe der Jahre zu einer “Marke”: Das immer wiederkehrende TREFF-Plakat (das Grundmotiv eine geniale Idee der damaligen Lebensgefährtin und jetziger Gattin von Pfr. Markutzik), das Doris – zumindest in den ersten Jahren – immer an den schwarzen und weißen Brettern in den Dörfern rundum verteilte – schließlich sollten noch andere, nicht nur die “Stammkundschaft”, davon erfahren. Davon inspiriert wurde das TREFF-Häuschen mit Termin-Anzeige gebaut, das große TREFF-Plakat, das eine Zeit lang die Heizungsfront schmückte, entstand, die  TREFF-Buttons zum Anstecken und vieles mehr. Thomas hatte in all das sehr viel Mühe, Zeit und auch Geld investiert – ob das die Gäste immer so mitbekommen hatten?

“Offen” war der TREFF bis zuletzt – wer kam war da, immer ohne Voranmeldung (außer bei Rollbraten), einen Platz gab es immer, auch wenn es manchmal eng wurde.

 

Die Großveranstaltungen…

  • Premiere – Grillen am 25.08.2012
  • Das war Neikeije – Jahresrückblicke 2012 und 2013
  • Alternative Fasching am 28. Februar 2014 mit Bibelquiz und der ernüchternden Erkenntnis für das Küchenteam, dass exotische Speisen mit fremdländischen Namen nicht immer der Renner sind
  • Italienischer Abend zum 2-jährigen Bestehen am 29. August 2014
  • Sir Peters Geburtstag, unserem über lange Zeit treuen Helfer an der Theke, 30. Januar 2015
  • “Die Präpi-Bande macht Theater” am 24. April 2015
  • Rollbratenfest zum 3-Jährigen am 28. August 2015 mit dem riesigen Grill – Rudi sei Dank !
  • Silvester am 31.12.2015 mit Bühnenshow
  • Silvester am 31.12.2016 mit Quiz
  • Vom Aufgang der Sonne – die Serie der “Großveranstaltungen” sollte 2020 mit einer Bildershow weitergeführt werden. Max hatte ein Jahr lang den Sonnenaufgang fotografisch festgehalten. Herausgekommen ist eine nicht nur optisch attraktive, sondern auch wissenschaftlich “astronomisch” sehr interessante Bilderfolge. Leider kam sie nicht mehr zur Aufführung.

 

Das TREFF-Team

Doris
Martin
Thomas